Mit unermesslicher Trauer gibt das Institut für Bibelübersetzung bekannt, dass am 27. Mai 2026 Dr. Marianne Beerle-Moor im Alter von 82 Jahren nach einem Unfall in Zürich verstorben ist. Marianne war Linguistin, erforscht hat sie die Kulturen und Sprachen des Kaukasus (mit Spezialisierung auf die lesgische Sprache), und zugleich Bibelwissenschaftlerin. Mit ihrer Arbeit hat sie einen unschätzbaren Beitrag zur Bibelübersetzung in die zahlreichen Sprachen Russlands und der umliegenden Länder geleistet.
Marianne leitete das IBT von 1997 bis 2013. Sie war eine Persönlichkeit, die das Profil des IBT in Russland maßgeblich geprägt hat – nicht nur durch die strategischen Richtlinien, die sie vorgab, sondern auch durch die Atmosphäre unseres Miteinanders. Für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des IBT war sie mehr als eine Direktorin; sie war eine enge und geschätzte Freundin. Ihr warmherziges und einfühlsames Engagment, ihre immense geistige Großzügigkeit, ihre Weisheit und Liebe – all dies erfuhren die Angestellten des Moskauer Büros und alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen der 65 Übersetzungsprojekte in unserem Teil der Welt. Alle, die jemals das Privileg hatten, mit Marianne zusammenzuarbeiten, werden sich ihrer mit tiefer Dankbarkeit und Zuneigung erinnern.
Nach ihrem Rücktritt als Direktorin im Jahr 2013 zog sich Marianne nicht aus der aktiven Arbeit zurück. Sie diente weiterhin als Übersetzungsberaterin – vor allem in ihrem geliebten lesgischen Projekt, bei dem ihr Bibelübersetzungsweg vor mehreren Jahrzehnten ihren Anfang genommen hatte. Im April 2026 reiste sie nach Machatschkala, wo sich das lesgische Übersetzungsteam zu einer abschließenden Textprüfung durch die Berater versammelte, nach der die Vorbereitungen für die Veröffentlichung der ersten vollständigen Bibel in lesgischer Sprache beginnen sollten. Marianne hat es nicht mehr erlebt, dass die lesgische Bibel gedruckt vorliegt, aber das Werk, dem sie so viele Jahre ihres Lebens gewidmet hat, wird fortgeführt und bald vollendet werden.
Ein weiteres Projekt Mariannes im vergangenen Jahrzehnt war die mehrsprachige Ausgabe des Vaterunsers aus dem Matthäusevangelium – eine umfangreiche und mühevolle Arbeit, die das Sammeln von Übersetzungen des Vaterunsers in mehr als 100 Sprachen umfasste, begleitet von einem umfassenden wissenschaftlichen Apparat. Dies ist die dritte mehrsprachige Ausgabe von Schriftauszügen, die Marianne in den letzten drei Jahrzehnten koordiniert hat. Wir, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des IBT, haben uns zum Ziel gesetzt, dieses Buch zu vollenden und im Gedenken an Marianne zu veröffentlichen.
Sie wird uns sehr fehlen. Mögen ihr Name und ihr reiches Wirken niemals in Vergessenheit geraten.