Vom 17. bis 23. März veranstaltete IBT ein Seminar zum Thema Bibelgebrauch und Volkskunst, an dem mehrere Partnerorganisationen teilnahmen. Der Hauptgedanke der Veranstaltung war es, den Übersetzerteams und Kirchenleitern ein besseres Verständnis für zeitgemässe Methoden zu vermitteln, die übersetzte Bibeltexte für die Menschen in ihrer Sprachgemeinschaft zugänglicher und interessanter machen. Vertreter von 33 IBT-Übersetzungsprojekten sowie mehreren Partnerprojekten nahmen an der Konferenz teil.
Das Seminar war nicht nur eine Fortbildungsveranstaltung, sondern auch ein Ort des Erfahrungsaustauschs zwischen begabten Experten und Expertinnen der Volkskunst aus vielen verschiedenen ethnischen Minderheitengruppen.
Die Schulung selbst basierte auf einer Analyse von acht wichtigen Bedingungen für erfolgreichen Bibelgebrauch:
1. Die Verwendung eines angemessenen Sprachniveaus in der Bibelübersetzung
2. Eine dem soziokulturellen Umfeld angemessene Übersetzung (stilistische Fragen, lehrmässige Genauigkeit, angemessene Wiedergabe von Schlüsselbegriffen, äusseres Erscheinungsbild von Druckerzeugnissen usw.)
3. Bereitstellen der Bibeltexte in zugänglichen Formen (Berücksichtigung der Alphabetisierungsrate in der Kultur; Einsatz von Video- und Audiotechnologien; Einsetzen von lokalen Kunstformen).
4. Verständnis für das Hintergrundwissen der potenziellen Nutzenden (sicherstellen, dass die Heilige Schrift für gewöhnliche Menschen verständlich ist, feststellen, ob die historischen und kulturellen Hintergründe der biblischen Erzählung den Menschen am Ort bekannt sind).
5. Förderung der Verfügbarkeit (Hilfe für die Bevölkerung, sich über das Bibelübersetzungsprojekt zu informieren und die Bibelprodukte auf einfache Weise zu beschaffen).
6. Analyse der Bedürfnisse der Menschen und ihrer spirituellen Interessen (Verständnis für ihre grössten Probleme, Ängste und Traumata, Klarheit ob es sich um eine Schuld-oder Schamkultur handelt, Einsicht in die Lebenszyklusrituale und damit verbundene Überzeugungen und Praktiken).
7. Die Hindernisse erkennen, die dem Gebrauch der Schrift in der Gesellschaft entgegenstehen (wenn die kulturelle Identität der Menschen mit einer nicht-christlichen religiösen Tradition verbunden ist, kann es Hindernisse für die Verbreitung von Bibeltexten geben)
8. Partnerschaftliches Engagement (Verbesserung der Beziehungen zwischen dem Bibelübersetzungsteam und den örtlichen Kirchen und Versammlungen von Gläubigen, sofern vorhanden).
Die Seminarteilnehmenden setzten sich in Gruppen zusammen, je nachdem, in welchem sprachlichen und geografischen Gebiet sie leben (zum Beispiel Sibirien oder Dagestan), um jeden dieser Punkte zu erörtern, wobei sie besonders darauf achteten, wie die Bedingungen in ihrem spezifischen soziokulturellen Umfeld erfüllt werden. IBT-Übersetzungsteams haben aber auch unabhänging von ihrer Herkunft gleiche Fragen. So bot die Teilnahme am Seminar eine hervorragende interkulturelle Plattform für eine breitere Diskussion und ein Brainstorming, das zu neuen Ideen führte. Dies war wahrscheinlich die wichtigste Frucht des Seminars: eine Quelle neuer Ideen, die aus dem Austausch entstanden sind.
Jeder Tag begann mit einer anderen ethnokulturellen Präsentation. So hörten wir beispielsweise ein avarisches Lied, sahen ein karatschaiisches Schattentheater über die Geschichte von Jona und hörten Musik von einer christlichen Altai-Band. Einer der Dozenten trug uns sogar Lieder und Gesangstechniken vor, die von fernen Kulturen in Afrika verwendet werden. Die meisten Teilnehmenden brachten ihre ethnischen Kostüme und Musikinstrumente mit. Viele hatten eine Präsentation über ihre Kultur vorbereitet, die von Videomaterial begleitet wurde. Am letzten Abend gab es ein lebhaftes interkulturelles Konzert. Wir hörten das Vaterunser auf Balkarisch, gesungen von einem balkarischen Pastor, und einen chakassischen Psalm, gesungen von einem Chormitglied einer orthodoxen Kirche. Mit Interesse verfolgten wir eine karatschaiische Hochzeitszeremonie, tanzten als grosse Gruppe zur Musik der Altai-Band und entdeckten die schönen Tänze verschiedener finno-ugrischer Völker. Es gab zahlreiche Lieder der jakutischen, ewenischen, ewenkischen, tschuktschischen, burjatischen, chakassischen, tuwinischen, tadschikischen und usbekischen Gruppen, die sowohl volkstümliche als auch christliche Traditionen darstellten. Die lesgischen und kabardinischen Teams zeigten uns ihre weltberühmten kaukasischen Tänze.
Hier finden Sie einige Rückmeldungen von Seminarteilnehmenden über die Veranstaltung:
Wir Leute aus Tuwa und Mari El haben der von euch erhaltenen Liste der künstlerischen Genres eine Menge hinzugefügt. Wir freuen uns schon auf ein nächstes Seminar dieser Art.
Vielen Dank vom Komi-Team für das Seminar, dafür, dass wir alte Freunde und Freundinnen getroffen und neue gefunden haben ...
Ein grosser Dank der Republik Burjatien an alle Organisatoren und Organisatorinnen dieses wunderbaren und wichtigen Seminars und für neue Bekanntschaften! Gottes Segen für Sie alle, liebe Geschwister!!!
Ein grosses, herzliches Dankeschön von der jakutischen Gruppe für ein sehr nützliches Seminar, Begegnungen mit guten Bekannten und wunderschöne Tage! Möge das hier erworbene Wissen zu unseren neuen Flügeln werden, mit denen wir fliegen können.
Ein grosses Dankeschön der Eveninnen und der Evenkinnen an alle, die das Seminar ermöglichten. Wir haben viele nützliche Informationen und geistliche Stärkung erhalten!
Ich habe Antworten auf viele Fragen bekommen... Die Altaier werden sich an dieses Ereignis erinnern.
Ehre sei Gott und grosse Dankbarkeit von den Awaren! Die Organisatorinnen und Helfer haben das Seminar harmonisch und grossartig durchgeführt. Danke für die wunderbare Schulung, den Austausch und die neuen Bekanntschaften. Möge all dies der Ehre Gottes dienen und gute Früchte und bedeutende Ergebnisse hervorbringen!
Trotz jahrhundertelanger christlicher Tradition lag das erste vollständige Neue Testament in ossetischer Sprache mehr als 60 Jahre lang unbenutzt in der British Library (während der Sowjetzeit), und der erste Katechismus von 1798 mit Bibeltexten lag mehr als 200 Jahre lang unbekannt im Lager der orthodoxen Diözese. Ich nenne diese Übersetzungen "mumifiziert". Deshalb war das Thema des Workshops, die Zugänglichkeit der Bibel, für uns sehr wichtig. Das ossetische Team war tief beeindruckt vom Umfang des Seminars und vor allem von so vielen talentierten, gut ausgebildeten und aufrichtig Glaubenden aus verschiedenen ethnischen Gruppen.
Ich habe lange davon geträumt, eines Tages das Verständnis und den Wert der Künste für die Völker Sibiriens zu sehen. Letzte Woche ist für mich dieser Traum in Erfüllung gegangen!
Liebe Brüder und Schwestern, wenn wir uns eure Aufopferung und euren Wunsch ansehen, die Menschen durch Kultur, Kunst usw. zu erreichen, haben wir den Wunsch, euch nachzuahmen und uns noch mehr für unser Volk einzusetzen. Möge Gott jeden von uns in diesem Bemühen segnen. In Tschuwaschien liegt immer noch Schnee, aber wir hoffen, dass die Wärme und das Licht, die von unseren Herzen ausgehen, den Schnee zum Schmelzen bringen und der lang erwartete Frühling kommt.
Die Konferenz in Antalya war eine grossartige, zukunftsweisende Veranstaltung, die zeigt, dass IBT und SIL anderen Bibelübersetzungsorganisationen weit voraus sind. Ich glaube, diese Schulung hat die Art und Weise, wie die Teilnehmenden über die Rolle von Bibelgebrauch und Volkskunst in ihrer Arbeit an der Bibelübersetzung denken, für immer verändert. Vielen Dank, dass Sie diese Veranstaltung organisiert haben!
Und danke Ihnen, liebe Leser und Leserinnen, für Ihre finanzielle Unterstützung weiterer Schulungen im Gebiet „Bibelgebrauch“.
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