Olga ist eine evangelische Christin im neu gegründeten jakutischen Bibelerfahrungs-Team (Scripture Engagement SE). Seit dem ersten Seminar über Bibelerfahrung in der Türkei im März 2024 hat sie sich mit grosser Inspiration und unerschöpflicher Phantasie in dieser völlig neuen Art von IBT-Aktivität engagiert. "Ich möchte meine persönliche Erfahrung teilen", begann Olga ihre Geschichte an einem weiteren SE-Seminar, diesmal in Moskau. "Wir sind zweisprachige Jakuten in unserer Familie. Wir sprechen Jakutisch und Russisch gleichermassen gut. Als ich ein kleines Mädchen war, sprach meine Mutter ausschliesslich Russisch, und erst später lernte sie die jakutische Sprache. Anfangs besuchte ich eine russisch¬sprachige Kirche. Ich kam jeweils zum Gottesdienst, setzte mich auf die Kirchenbank, hörte zu, nichts berührte mich, und ich ging wieder, und das wiederholte sich immer wieder. Mein Vater war Pastor und hatte zusammen mit der Übersetzerin des IBT, Sargylana, den Hebräerbrief ins Jakutische übersetzt. Dann hatte meine Mutter einen Schlaganfall, und wir mussten für ihre Behandlung nach Jakutsk umziehen. Dort gab es eine jakutische Kirchengruppe. Ich erinnere mich, wie wir einmal in der Kirche sassen und einige Worte auf Jakutisch auf der Leinwand zu sehen waren. Und dieser Moment hat sich mir deutlich eingeprägt: Diese jakutischen Worte gingen mir direkt zu Herzen, nicht nur in meine Augen und nicht nur in meinen Kopf. Ich dachte: 'Oh! Wie interessant: Ich dachte immer, ich würde auf Russisch denken!' Und seither hat Gott mich auf so erstaunliche Weise geführt, dass ich mich jeden Tag mehr in meine Muttersprache verliebe."
"Im Frühjahr 2024 lud uns IBT zu einem SE-Seminar in Antalya ein. Wir sagten gerne zu, hatten aber kaum eine Vorstellung davon, wohin wir fahren würden und warum. Und so wurden wir vom ersten Tag des Seminars an mit einer Flut von Informationen bombardiert. Mit den Worten des Apostels Paulus können wir sagen: Vor dem Seminar sahen wir unsere Aufgabe wie in einem "undeutlichen Spiegel", aber nach dem Seminar begannen wir plötzlich, sie klar zu sehen. Wir begannen, uns selbst zu verstehen. Wir erkannten, dass wir, als wir uns für die Christusnachnachfolge entschcieden hatten, unsere heimische Kultur als etwas Unwichtiges abgetan hatten, das gegenüber der Neuheit des Neuen Testaments irrelevant war. Wir liebten Gott so, als ginge es nur um uns selbst, ohne daran zu denken, dass jeder Mensch in unserem Volk die gute Nachricht hören sollte. Wir gehören zum Volk der Jakuten. Wer wäre also besser geeignet, jemandem aus dem Volk der Jakuten von Christus zu erzählen? Uns wurde klar, was wir nun tun nun wollen."
"Wir kehrten ermutigt und mit brennenden Herzen nach Hause zurück und konnten die Herzen anderer Mitglieder unserer Gemeinde, einschliesslich der Pastoren, entflammen. Wir begannen damit, Bilder mit Bibelstellen über Messenger-Apps zu verschicken. Und Folgendes ist passiert: Ein Mädchen aus unserem Team begann, Bilder mit Bibelzitaten auf Instagram zu posten. Einer ihrer Verwandten kritisierte sie sofort: "Warum postest du Bibelverse? Du bist eine Jakutin. Du hast deinen eigenen Glauben. Warum studierst du die Bibel?' Und dann geschah es, dass eines ihrer Bilder mit einem Bibelzitat ohne Angabe der Bibelstelle veröffentlicht wurde. Und was ist passiert? Die folgende Antwort kam von genau demselben Verwandten: 'Oh, was für kluge Worte du gefunden hast!' Da wurde uns klar, dass viele Menschen in Jakutien eine kulturelle Barriere in ihrer Wahrnehmung der Bibel haben. Sie denken, es handle sich um einen "jüdischen Gott" oder einen "russischen Gott", aber nicht um einen "jakutischen Gott". Nach dieser Erkenntnis begannen wir, Bibelzitate ohne Bezug auf die Bibel zu verschicken, und die Leute begannen, sich mit unseren Kanälen zu verbinden. Das Wichtigste für uns ist, dass die Menschen Gottes Wort lesen. Wir glauben, dass sein Wort lebendig und wirksam ist und in den Herzen der Menschen sich zu entfalten beginnt. Die Jakuten lesen weise Sprüche und nehmen sie sich zu Herzen. Mit der Zeit werden die Menschen erkennen, dass diese Worte aus der Bibel stammen. Das ist die Strategie, die wir entwickelt haben. Wir sind nicht in Eile. Wir haben ein langfristiges Projekt, und wenn die ausdrückliche Erwähnung der Bibel die Menschen abschreckt, werden wir ihnen nicht alle unsere Karten auf einmal aufdecken. Die Menschen sollen erst einmal die erleuchtende Weisheit Gottes annehmen. Sie sollen von ihr durchdrungen werden.
Man könnte meinen, dass besondere Anstrengungen zur Vermittlung der Heiligen Schrift nur bei jenen Jakuten unternommen werden sollten, die dem Christentum und der Bibel fern stehen. Aber es wurde schnell klar, dass das Bibellesen auch in den Kirchen keine Selbstverständlichkeit war. Es bedurfte der Inspiration und der Phantasie, um Menschen zu motivieren, und das brachte auch wertvolle Frucht. Hier ist die nächste Geschichte von Olga:
Es gibt eine Person in unserem Jakutisch-Projekt, die wir alle sehr lieben und respektieren. Das ist Sargylana Leontieva, Übersetzerin, Exegetin und Koordinatorin des Übersetzungsprojekts, die ihr ganzes Leben der Übersetzung der Bibel in die jakutische Sprache gewidmet hat. Aber für wen arbeiten die Übersetzenden? Sie übersetzen für ihre Leser und Leserinnen. Diese erhalten das Ergebnis, das Buch, aber sie haben keine Ahnung, wie dieses Buch entstanden ist, wie viele Schwierigkeiten es gab, wie viel Geld zur Finanzierung des Projekts benötigt wurde und wer daran beteiligt war. Deshalb haben wir beschlossen, dieses Thema zu beleuchten. Wir luden alle Jakutisch sprechenden Menschen aus unserem Kirchenverband ein: Eine neue Ausgabe mit Genesis und Exodus auf Jakutisch kam heraus, und wir kündigten ein Treffen in der Kirche an mit dem Titel 'Eine Tischrunde über das Wort'. Wir nannten unsere Veranstaltung einen 'Marathon durch das Buch Genesis'. Wir sagten den Leuten: "Wir geben euch Zeit, das Buch zu lesen. An diesem Tag wird es ein Treffen in der Kirche geben, mit einem Quiz, Geschenken und einer Teeparty. Und die Leute kamen. Eine Schwester im Herrn hatte anderthalb Monate im Voraus mit den Vorbereitungen für diesen Marathon begonnen. Jeden Abend kamen die Leute zusammen, um ein Kapitel aus dem Buch Genesis zu lesen. Dann schrieben alle ihre Eindrücke und Bemerkungen auf. All dies geschah von Herzen. Die Menschen staunten über die Übersetzung, sie nahmen den Sinn auf, und sie verstanden so viel! Und das Wichtigste: Sie hatten Freude am Lesen. Und jetzt freuen sie sich auf den nächsten Bibellese-Marathon. Vier Teammitglieder, darunter Sargylana, nahmen an dem angekündigten Treffen teil, so begegneten sie endlich ihrer Zielgruppe von Angesicht zu Angesicht, und ihre Zielgruppe sah eine der Übersetzerinnen, deren Arbeit es ermöglichte, die Heilige Schrift auf Jakutisch zu lesen. Es war ein sehr herzerwärmendes Treffen. Die jungen Leute waren begeistert und wollen die Bibel nun weiter in ihrer eigenen Sprache lesen."
Anfang 2025 erreichte das IBT eine Lawine von Briefen sowohl orthodoxer als auch evangelischer jakutischer Gläubiger mit der Bitte, den Psalter in jakutischer Sprache nachzudrucken. Sie teilten uns auch ihre Freude mit, dass es bereits verschiedene ins Jakutische übersetzte Bücher der Bibel gibt. Wir möchten hier einen Auszug aus einem Brief zitieren:
"Hallo, ich bin 34 Jahre alt. Mein Mann und ich sind seit 10 Jahren Mitglieder der Olokh Suola (Way of Life) Kirche in Jakutsk. In unserer Kirche werden alle Gottesdienste in unserer Muttersprache Jakutisch abgehalten, und wir danken Gott, dass wir die Möglichkeit haben, das Wort Gottes zu lesen, zu beten, Predigten zu hören und Loblieder zu singen und das alles in unserer Muttersprache! Das ist ein grosses Privileg und eine grosse Freude für uns alle. Mein Mann und ich haben vier Kinder, und wir sind sehr froh, dass unser Lieblingsbuch "Bibelgeschichten" in die jakutische Sprache übersetzt worden ist. In Jakutien setzen wir uns derzeit aktiv für den Erhalt unserer Sprache und Kultur ein, und die Menschen betrachten das Christentum grösstenteils als den Glauben des russischen Volkes und reagieren oft negativ auf Einladungen, in die Kirche zu kommen. Wenn wir jedoch Bibeln und christliche Literatur in jakutischer Sprache verteilen, nehmen die Menschen sie gerne an. Wir lesen die Bibel in der jakutischen Sprache mit Begeisterung, da die Übersetzung sehr klar ist, und jeder Volksgruppe ist ihre Muttersprache ohnehin näher als jede andere Sprache. Wir freuen uns auf die weiteren Bücher, und wir hoffen und glauben, dass wir bald die ganze Bibel in unserer Muttersprache lesen können."
Und danke Ihnen, liebe Leser und Leserinnen, für Ihre finanzielle Unterstützung weiterer Schulungen im Gebiet „Bibelgebrauch“.
Konto/ Zahlbar an:
CH54 0070 0111 8000 5298 6
Ev.ref. Kirchgemeinde Zürich-Hirzenbach
Altwiesenstrasse 170, 8051 Zürich
Zusätzliche Informationen Russland
Bankverbindungen für Spenden
Via: UNICREDIT Bank ZAO, Moscow
SWIFT: IMBKRUMM
Zu Gunsten des Instituts für Bibelübersetzung
Address: 119334, Russia, Moscow, Andreevskaya nab. 2
TIN (INN) 7736231521
Neunstelliger Bankidetificationskod im russischen Banksystem: 044525545
Konto Nr. (IBAN):
634261 USD 4020 02 001 oder 40703840700010142881
634261 EUR 4020 02 001 oder 40703978700010366720
634261 GBP 4020 02 001 oder 40703826600010366723
Via: NOSTRO ACCOUNTS OF AO UNICREDIT BANK, MOSCOW:
Through: NOSTRO ACCOUNTS OF AO UNICREDIT BANK, MOSCOW:
USD JPMORGAN CHASE BANK N.A., NEW YORK SWIFT CODE: CHASUS33
EUR UNICREDIT BANK AG (HYPOVEREINSBANK) , MUNICH SWIFT CODE: HYVEDEMM
EUR UNICREDIT BANK AUSTRIA AG, VIENNA SWIFT CODE: BKAUATWW
EUR UNICREDIT S.P.A., MILANO SWIFT CODE: UNCRITMM
GBP THE ROYAL BANK OF SCOTLAND PLC, LONDON SWIFT CODE: RBOSGB2L
Wichtig! Im Feld "Zweck" muss die Bemerkung "Charity donation" stehen.
Für weitere Informationen wenden Sie sich direkt an IBUe